Überfischung

Die Überfischung beschreibt den durch Fischfang herbeigeführten Zustand der übermäßigen Dezimierung des Fischbestandes in einem Gewässer. Von einer Überfischung wird immer dann gesprochen, wenn die Zahl der gefangenen Fische in einem Gewässer die Zahl der nachwachsenden oder zuwandernden Fische übersteigt.

Der spürbare Rückgang zahlreicher Fischbestände ist die Folge dieses massiven Eingriffes des Menschen in das marine Ökosystem. Dabei geht man von einer derartig heftigen Überfischung einiger Gewässerregionen aus, dass es durchaus auch zum Aussterben einiger Arten kommen kann.

Die industrialisierte und rücksichtslose Ausbeute der Fischgründe, mit der versucht wird, einen immer größeren Markt zu bedienen, muss zwangsläufig alle oben genannten Konsequenzen zur Folge haben. Bemerkenswert ist, dass fast alle der heute unter Überfischung leidenden Arten vor dem Eingriff der Menschen in nahezu unvorstellbarer Zahl vorhanden waren. Nun aber fängt der Mensch schneller, als die Natur in der Lage ist, sich zu regenerieren.

Dieser menschlichen Eingriffe kann teils erhebliche Folgen für ein Ökosystem haben: die Dezimierung der einen, befischten Art, sorgt dafür, dass die andere, unbefischte Art zwangsläufig die ökologische Nische der befischten Art einnimmt. Durch den Wegfall der konkurrierenden Art (die je befischt und dezimiert, vielleicht sogar ausgerottet) wird, kommt es bei der unbefischten Art zu einer gefährlichen Überbevölkerung, welche wiederum für ein Massensterben aufgrund von Nahrungsmangel oder epidemischen Krankheiten führen kann.

Es ist davon auszugehen, dass mittlerweile die Mehrheit der weltweiten Fischbestände derartig von Überfischung betroffen sind, dass von keiner natürlichen Regeneration mehr auszugehen ist. Der Zustand von etwa einem Viertel aller Fischbestände unter Beobachtung gilt als kritisch.

Die Zahl der moderat ausgebeuteten Fischbestände ist aufgrund verschiedener Faktoren von 40% in den 1970er Jahren auf aktuell 23% zusammengeschrumpft. So gelten heute beispielsweise 88% der EU Gewässer als überfischt, während es in den 1970er Jahren nur etwa 10% waren.

Bemerkenswert ist an dieser Stelle sicher auch das Faktum, dass eine relativ kurze Zeitspanne der fast totalen Schonung zu einer spürbaren Regeneration beitragen kann: Die durch den Seekrieg unsicheren und daher über Jahre unregelmäßig befischten Gewässer des Atlantik regenerierten sich in der Zeitspanne von 1939 – 1945 beispielsweise erheblich.